Lions Club
Höchst Main-Taunus

Plötzlicher Kindstod

Im Jahre 2007 unterstützten wir das Projekt "Plötzlicher Kindstod" der Kinderklinik Höchst unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. L. Schrod. Das Projekt umfasste eine Aufklärung von Eltern Neugeborener, insbesondere natürlich hier der Risikogruppen über die aktuellen Erkenntnisse zu diesem immer noch nicht komplett verstandenen Tod von Säuglingen und Kleinkindern. Dabei wurden mit den von unserem Club beigesteuerten Finanzmitteln in erster Linie auf den Klinikbetrieb entwickelte Schlafsäcke für die Neugeborenen beschafft.

Informationen zum Hintergrund des "plötzlichen Kinds-/Säuglingstod"

(Auszüge aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, mit Stand 5. Oktober 2009)

Der plötzliche Säuglingstod, plötzliche Kindstod oder Krippentod ist das unerwartete und nicht erklärliche Versterben eines Säuglings oder Kleinkindes, das zumeist in der (vermuteten) Schlafenszeit des Säuglings auftritt. In den Industrienationen gilt er als häufigste Todesursache von Kleinkindern jenseits der Neugeborenenperiode.

Als Zeitraum, in dem der plötzliche Säuglingstod stattfinden kann, wird regelmäßig das erste Lebensjahr des Kindes angegeben; 2 bis 6 % der Todesfälle ereignen sich allerdings noch nach dem ersten Geburtstag des Kleinkinds.

In den meisten Fällen findet der plötzliche Säuglingstod während der (vermuteten) Schlafenszeit des Säuglings statt.

Epidemiologie

Der plötzliche Säuglingstod stellt eine große Herausforderung für die Kinderforschung und die Präventivmedizin in der Kinderheilkunde dar. Im Jahr 2005 starben in Deutschland 323 Babys an plötzlichem Kindstod (Risiko: 0,04 %), im gleichen Zeitraum starben in Österreich von 78.190 geborenen Kindern 31 an SIDS (Risiko ebenfalls ~0,04 %). In Deutschland und Österreich ist der plötzliche Säuglingstod damit die häufigste Todesart im Kindesalter jenseits der Neugeborenenperiode.

Männliche Säuglinge sind mit 60% stärker betroffen als weibliche. Zwei Drittel der Todesfälle ereignen sich in den Wintermonaten.

Etwa 80% der Todesfälle ereignen sich vor dem sechsten Lebensmonat des Säuglings. Dabei tritt der plötzliche Säuglingstod am häufigsten im zweiten bis vierten Lebensmonat des Säuglings auf.

Risikofaktoren

Die meisten Risikofaktoren betreffen die Schlafumgebung des Kindes. Dazu zählen:

  • Rauchende Eltern des Säuglings
  • Überwärmung des Säuglings
  • Schlafposition des Säuglings (Bauchlage)
  • Überdecken oder ungenügende Luftzirkulation

Risikogruppen

Als vom plötzlichen Säuglingstod besonders gefährdete Gruppen zeigen sich aufgrund bisheriger Studien Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht (Frühgeburten), Mehrlingsgeburten und Säuglinge mit mehreren älteren Geschwistern. Zudem gelten Kinder aus sozial benachteiligten Familien, Kinder besonders junger Mütter (unter 20 Jahren) sowie Kinder Alleinerziehender als überdurchschnittlich gefährdet. Auch bei Geschwisterkindern von am plötzlichen Kindstod bereits verstorbenen Kindern ist das Kindstodrisiko erhöht.

Als besonders gefährdet gelten überdies Säuglinge, die im Schlaf sehr stark schwitzen oder Säuglinge, die durch längere Atempausen auffallen. Ungewöhnliche Blässe des Kindes im Schlaf oder das blaue Anlaufen der Arme und Beine im Schlaf können ebenfalls Hinweise auf ein besonderes Risiko sein. Als gefährdet gelten überdies Kinder, die bereits ein akut lebensbedrohliches Ereignis überlebt haben.

Zu betonen ist allerdings, dass der plötzliche Säuglingstod im Einzelfall nicht vorhersehbar ist und sich in allen gesellschaftlichen Gruppen ereignet. Lediglich die statistische Häufung ist in den o.g. Risikogruppen zu beobachten.

Vorbeugung

Eine der wichtigsten und effektivsten Vorsorgemaßnahmen ist die Vermeidung bzw. Reduktion der bekannten Risikofaktoren durch die Eltern. Als vorbeugende Maßnahmen gelten:

  • rauchfreie Umgebung, d. h. Verzicht auf Rauchen in der Schwangerschaft und während des ersten Lebensjahres des Kindes
  • Schlafzimmertemperatur 16–18 °C
  • Rückenlage zum Schlafen
  • feste, luftdurchlässige Matratze
  • passender Schlafsack, keine Kopfbedeckung und keine zusätzlichen Decken, Felle, Kissen, Nestchen etc.
  • Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten

Zudem wird empfohlen, Kinder im ersten Lebensjahr nicht im eigenen Zimmer, sondern mit den Eltern in einem Raum schlafen zu lassen. Über das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kindern in einem Bett (sogenanntes Familienbett oder Co-Sleeping) gibt es indessen widersprüchliche Aussagen. Eine neuere Studie aus Schottland konnte nochmals zeigen, dass vor allem Säuglinge, die jünger als 11 Wochen alt sind, ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Säuglingstod haben, wenn sie das Bett mit den Eltern teilen. Dagegen sind z. B. in den USA beide Ansichten aufzufinden.

Anderen Studien zufolge soll das Saugen am Schnuller eine vorbeugende Wirkung haben.

In Ländern wie Großbritannien und den Niederlanden wurden die oben genannten vorbeugenden Maßnahmen sogar über das Fernsehen propagiert mit dem Erfolg, dass die Anzahl der Todesfälle merklich gesenkt werden konnte. In den Niederlanden hat sich etwa die Zahl der plötzlichen Kindstode von 1987 (0,91 pro 1000 Lebendgeborene) bis 2004 (0,09 pro 1000 Lebendgeborene) um den Faktor 10 verringert; die Niederlande haben damit die niedrigste Kindstodrate in der westlichen Welt. In Deutschland wird seit 1991 die Rückenlage als Schlafposition für den Säugling empfohlen. Zwischen 1991 und 2002 hat sich die Zahl der Kindstodfälle auch in Deutschland von 1285 Fällen 1991 auf 367 Fälle im Jahr 2002 reduziert (von 1,55 auf 0,51 pro 1000 Lebendgeborene), was oft auf die Empfehlung der Rückenlage und andere Präventionsmaßnahmen zurückgeführt wird. Das bedeutet, dass zwischen 1991 und 2002 ca. 6.300 Babys in Deutschland dem plötzlichen Kindstod entkommen sind, die vorher der Statistik zu Folge wahrscheinlich gestorben wären.[12]

Früher wurde gegen die Rückenlage beim Schlafen eingewandt, Kinder würden von dieser Lage eine Schädeldeformation bekommen. Untersuchungen an Kleinkindern belegen, dass von einer möglichen Deformation jedoch keine dauerhaften Veränderungen herrühren.

Keinen Erfolg versprechen die Bewegungsmelder zum Überwachen schlafender Säuglinge. Verschiedene epidemiologische Untersuchungen konnten keinerlei Beweis erbringen, dass sich die Häufigkeit des plötzlichen Kindstods durch Überwachungsmaßnahmen beeinflussen lässt. Daher gibt die Amerikanische Akademie für Pädiatrie auch die Empfehlung, dass Herz-Atem-Monitore nicht zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes verordnet werden sollen.